Rischart Übersicht

Nachruf Marianne Müller-Rischart


Man sieht die Sonne langsam untergehen und erschrickt doch, wenn es plötzlich dunkel ist. (Franz Kafka)

Am 28. März 2018 verstarb Marianne Müller-Rischart im Alter von 99 Jahren im Kreise ihrer großen Familie. Mit ihr geht eine Ära des traditionsreichen Familienunternehmens zu Ende.

Geboren wurde Marianne 1919 als einziges Kind von Max Rischart junior und seiner Frau Luise. Nach dem Besuch der höheren Schule absolvierte sie einen Auslandsaufenthalt in England, was zu damaligen Zeiten für eine junge Frau außergewöhnlich und emanzipiert war. Am 23. April 1940 heiratete Marianne Rischart Franz Müller, den ältesten Sohn und Chef der Großbäckerei Müller & Söhne in der Schwanthaler Höhe, der für sie aus dem elterlichen Betrieb ausschied. Gemeinsam hatte das Paar zwei Kinder, Barbara und Gerhard.

Marianne Müller-Rischart legte den Grundstein für die Firmenphilosophie

Marianne Müller-Rischart hatte zweifellos die turbulenteste Zeit der bisherigen Firmengeschichte zu bewältigen. Sie führte zusammen mit ihrem Ehemann das Unternehmen durch die Wirren des Zweiten Weltkrieges und baute mit ihm Rischart’s Backhaus zu einer der renommiertesten Münchner Bäckereien auf. Schon damals legte sie, die bis 1987 noch selbst im Betrieb arbeitete, den Grundstein für die Philosophie des Familienunternehmens: handwerkliche Perfektion und Tradition gepaart mit einem ausgezeichneten Gespür für die Moderne sind noch heute das Markenzeichen der Traditionsbäckerei.

Erfolgreiche Eröffnung des Haupthauses am Marienplatz

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Im Jahr 1955 eröffneten Marianne Müller-Rischart und ihr Mann Franz das Café am Marienplatz, das wegen seiner modernen Ausstattung und der geschmackvollen Angebote damals eine Münchner Besonderheit darstellte. Die Süddeutsche Zeitung bestätigte seinerzeit: „Trotz aller Modernität strahlt das neue Café eine einladende Gemütlichkeit aus.“ Und das ist bis heute so geblieben.

Öffentlicher Trauergottesdienst im Alten Peter

Marianne Müller-Rischart war als zielstrebige und eifrige Vorgesetzte bekannt. Dank ihrer sensiblen und fürsorglichen Art war sie bei ihren Mitarbeitern und Angestellten allseits beliebt. Hervorzuheben ist ihr Kunstverständnis und besonderes Stilbewusstsein, das man im Hause Rischart noch immer spürt und pflegt.

Das Requiem findet am Montag, den 16. April 2018, um 11.30 Uhr im Alten Peter statt.

Die Beerdigung findet im engsten Familienkreis statt.